André Butzer, Jochen Lempert, Rembrandt, Philipp Schwalb

Spaziergang in der Licht-Tzypher
kuratiert von Philipp Schwalb

07.12.2014 – 24.01.2015

Niklas Schechinger Fine Art

  • Jochen Lempert
    Rosa (I/IV)
    Silbergelantine print
    29,7 x 23,2 cm
    2014
  • Jochen Lempert
    Rosa (II/IV)
    Silbergelantine print
    29,7 x 23,2 cm
    2014
  • Jochen Lempert
    Rosa (III/IV)
    Silbergelantine print
    29,7 x 23,2 cm
    2014
  • Jochen Lempert
    Rosa (IV/IV)
    Silbergelantine print
    29,7 x 23,2 cm
    2014
  • Philipp Schwalb:
    Nakki (THOMMY) ist in der Welt bei jedem Wetter zu einem guten Witz aufgelegt
    120 x 40 cm
    Gouache und Acryl auf Leinwand
    2014
  • Philipp Schwalb:
    Nakki (ABBY) mit Vandlungs-Instrumenten (Stift, Bild/Tafel, Bart, Lupe, antike Schuhe, Ordnungsgürtel) in Helldunkelkleidung (19. JH)
    120 x 40 cm
    Gouache und Acryl auf Leinwand
    2014
  • Philipp Schwalb:
    Nakki (WEEZY) mit Gegen-die-Kultur (Schmuckwaffe, Diamantenohring, Silberkette, Frisur, Grillz, Golduhr, Markenschuhe, Kaugummi und Geldschein) in blaurotgelber Kleidung
    120 x 40 cm
    Gouache und Acryl auf Leinwand
    2014
  • Philipp Schwalb:
    Nakki (HENNRY) mit Gegenorgähnchen (Farborgane) am Farbfluss (Nice-Fluss) ins Farbmeer (Mittelchenmeer)
    120 x 40 cm
    Gouache und Acryl auf Leinwand
    2014
  • André Butzer:
    Ohne Titel
    Tempera auf Papier
    29,7 x 21 cm
    2014
  • André Butzer:
    Ohne Titel
    Tempera auf Leinwand
    24 x 33,5 cm
    2014
  • André Butzer:
    Ohne Titel
    Tempera auf Papier
    21 x 29,7 cm
    2014
  • André Butzer:
    Ohne Titel
    Tempera auf Papier
    21 x 29,7 cm
    2014

André Butzer, Jochen Lempert, Rembrandt, Philipp Schwalb
SPAZIERGANG IN DER LICHT–TZYPHER
Bilder gleich Generationen von Licht

PRESSETEXT von Philipp Schwalb

 

Liebe Freundinnen und Freunde von Geschenken und Früchten,

über eine lange lange Dauer gingen die Menschen davon aus, dass es
einen Stoff gibt der alles ist: sie nannten ihn Äther, Akasha oder Licht.
Dieser Stoff sollte nicht nur alles sein, sondern auch alles erfassen
und erfüllen. Er breitete sich überall aus, schlüpfte in jeden Winkel
und ließ leben. Heute sind die Zuständigen davon überzeugt, dass es
einen solchen EINEN Stoff nicht gibt. Sie versuchen zwar im Immermikroskopischeren
den kleinsten Nenner zu finden, aber die Namen
müssen immer erneut neu erfunden werden um dem Neusten zu
weichen. Weichen Bilder weiter auf droht ihnen ein ähnliches Schicksal.
So haben wir zu befürchten, dass Bilder aussterben werden, da
ihr Bildäther, das Bildlicht, am Verschwinden und Verlorengehen ist.
Bilder haben lebensnotwendigerweise Bildäther. Durch seinen Verlust
sterben sie zu Konserven ab. Um den Bildäther heute zu finden, begibt
man sich auf eine Suche, eine Suche wie eine Suche nach einer
seltenen, vom Aussterben bedrohten Libellenart. Auf unseren grünen
Pfaden in der Geschichte des Bildäthers sind wir darauf gestoßen,
dass, obwohl nicht der erste Bildäther-Künstler, es Rembrandt Harmenszoon
Van Rijn war, der den Bildäther am rohsten und damit am
experimentellaufschlussreichsten generierte. Daher soll er als Ausgangspunkt
dienen eine Licht-Tzypher zu erstellen. Eine Licht-Tzypher
ist die natürliche Zu-Umgebung von Bildäthertragenden. Sie ist die
Zusammenkunft Bildlichtbesitzender, ein Gruppenfreestyle der begegnenden
Generatoren.
Es scheint uns wichtig, die Bilder in eine natürlichen Umgebung zu
stellen und nicht eingesperrt in bürokratische Zwänge zu zeigen. Es
befruchtet das Erscheinen des Bildäthers bei der Betrachtung. Bildäther
ist eine bildwesentliche Tatsache, die durch Bild bei Betrachtung
hervorgebracht wird. Sie ist zu vergleichen mit dem Erfülltsein
von Licht, nach Innen, Außen und in der Fläche. Kennt weder Zeit
noch Raum und ist weder eine theoretische Beschäftigung mit Licht
noch ein Symbol oder Zeichen für Licht, sie ist kein Licht als Volumenspender
oder Reflexion im Sinne der materiellen Lichtbetrachtung,
auch nicht Farbe als Lichtwerte (besondere Farbkräftigkeit), keine
Religion und zu guter Letzt ist es auch nicht die Darstellung von Licht,
wie Sonne, Lampe und Spotlight im Bild. Lichtäther ist die extremste
Künstlichkeit kurz vor Unaushaltbarkeit und somit in jedem Bild
gleich. Dadurch steht sie in Spannung zu Massenproduktion und
Populärkultursklaverei. Das jedoch nicht mit erhobenem Finger zurück
zum Handwerk und Lebensnotwendigen gerichtet, sondern als reale
Spannung von künstlicher Wirklichkeit (Massenproduktion und Co.)
und wirklicher Künstlichkeit (Lichtäther). Im Eingang in den
Lichtäther ist schon sein Ausgang gegeben, der es erst ermöglicht
sensibel Humor und Tragik zu tragen. Um diese aufweichende Bewegung
kontrastreicher zu sehen, soll hier zu einem Spaziergang in die
Licht-Tzypher eingeladen werden.
Wir selbst haben in der Erkundung 4 Gemälde von Rembrandt Harmenszoon
Van Rijn (Amsterdam) als historischen Ausgang gewählt,
daher zeigen wir sie, wie man sie heute sieht. Außerdem schätzen wir
uns glücklich, dass wir am Wegesrand noch weitere 12 Bilder gefunden
haben, in denen der Bildäther jeweils auf unterschiedlichster Weise
zu erleben ist. Alle Bilder befinden sich im Lichtäther mit Lichtäther
zu Lichtäther.
Von André Butzer (Rangsdorf) bekommen wir 4 N-Bilder Gemälde.
Sie sind als Aufbewahrung der Farbe ein nicht berechenbares Maß
und damit Frequenz und Schwingung selbst. Alle Bilder, die sie nicht
sind, befinden sich auf der Wanderung zu ihnen, wobei sie nie erreicht
werden, sondern die Wanderung immer auf der anderen Seite weiter
führen bis sie wieder vor N kommen. Ihr Bildäther entsteht im Zusammenspiel
von Schwarz und Weiß in einem harten Kontrast. Das Bild
weilt im Bildlicht.
Von Jochen Lempert (Hamburg) bekommen wir 4 menschliche Arm-
Fotografien. Der in das Bildlicht stoßende Arm ist in seiner Zartheit, in
seinen Grauabstufungen in das Sein des Bildes eingebettet. Das Motiv
bleibt nicht beim Arm sondern wird Bildmotiv. Der sezierende Blick
des sich auf der Pirsch befindenden Forschers, wird Bild einer signalkulturauflösenden
Motiv-Forschung. Das Flackern des Bildes animiert
das vorher-nicht-Animierte. Diese Bilder erzeugen den Bildäther im
Flimmern essenzieller Grautöne. Das Bild tritt gerade in das Bildlicht.
Von Philipp Schwalb (Basel) bekommen wir 4 Nakki ZU … Gemälde.
Die Nakki-ZU Bilder sind aus Lichtpforten entstanden. Das Licht einer
Waldeslichtung im Schönbuch war Ausgang der Türen. Jetzt saugen
sie das Licht von Spaziergängstern auf. Die Bilder sind jetzt Licht und
sie kommen daher wo all das ist was man nicht benennen, sehen,
begreifen, hören, kann, alles was undenkbar, unvorstellbar, UN-ist ist.
Auf jedem der Bilder kommt eine Figur in die Welt. Das In-Der-Weltsein
erlebt sie als ZU-sein. Jede Figur der vier Bilder muss Zu Anderem
sein. Das Bild bringt das Bildlicht in seinem Kommen aus Bildlicht mit.
Außer den 4 x 4 Bilder wird es noch einen didaktischen Teil zum Bildäther
geben.
Wir möchten sie herzlich einladen die winterliche Stimmung der
Wärme und des Lichtes mit uns gemeinsam zu ergründen, gehen Sie
mit uns auf einen Spaziergang in die Licht-Tzypher, entdecken Sie den
Äther!

 

Ein frishfruchtig, hertzlichtes YO!

 

Dein Spaciér-PS