Anne-Katrin Ahrens
Sarah Bohn

 FUGUE:
15.03. – 19.04.2015

Niklas Schechinger Fine Art

  • Anne-Katrin Ahrens/Sarah Bohn:
    Komposition II
    aluminium, boxing gloves,
    PVC, acrylic glass
    196 x 120 x 84 cm
    2015
  • Sarah Bohn:
    untitled (blue)
    fine art print on aluminium
    60 x 84 cm
    2014
  • Sarah Bohn:
    untitled (yellow)
    fine art print on aluminium
    60 x 84 cm
    2014
  • Anne-Katrin Ahrens/Sarah Bohn:
    Komposition I
    aluminium, chipboard
    138 x 60 x 41 cm
    2015
  • Anne-Katrin Ahrens:
    untitled (white b/dark blue d)
    powder-coated aluminium
    82 x 82 cm
    2015
  • Anna-Katrin Ahrens:

    Business Class
    laserprinting on transparent paper
    100 x 57 cm
    2015
  • Sarah Bohn:
    untitled (red)
    fine art print on aluminium
    60 x 84 cm
    2014
  • Anne-Katrin Ahrens:
    untitled (yellow e)
    powder-coated aluminium
    34 x 70 cm
    2015
  • Anne-Katrin Ahrens/Sarah Bohn:
    FUGUE:
    paper, 20 pages
    57,8 x 38,0 cm
    text by Sonja vom Brocke
    2015

Einladungstext:

Sehr geehrte Ladies und Gentlemen,

die kommende Ausstellung heißt FUGUE: und wird von Anne-Katrin Ahrens und Sarah Bohn gemeinsam realisiert.
Der Ausgangspunkt für die Entwicklung der Werke war eine vorsätzlich eingesetzte Wahrnehmungsschwäche – vergleichbar einer Leseschwäche: Ein Blick, der zu genau hinschaut und zum Beispiel vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht oder vor lauter Buchstaben die Worte nicht mehr erkennt. Und die Worte selbst klingen bei näherer Betrachtung immer seltsamer und lösen sich in Laut und Bild auf.
Ein solcher mikroskopischer Blick kann zwar hinderlich beim Lesen sein, er stellt aber gleichzeitig Gewissheiten in Frage und erleichtert Entdeckungen und die Erfindung neuer Kombinationen.
Von Sarah Bohns fotografischen Betrachtungen der Lichtschattierungen einer weißen Zimmerecke und Anne-Katrin Ahrens‘ Buchstaben-Objekten ausgehend setzen die Künstlerinnen die Ausstellung FUGUE: zusammen.
Befreit von den ursprünglichen Bedeutungsebenen, kombinieren sie zwischen den Worten, den Situationen, den Farben und Formen, suchen nach poetischen Momenten und ordnen diese Zwischenräume zu neuen Nachbarschaften. Was befindet sich in der Naht zwischen zwei Teilen, die Inhalte trennt und verbindet? Eine kleine unbeachtete Welt der Fugen, voller Doppelspiele und Spiegelungen. Wo Fugenmasse die Lücken füllt und feine Linien bildet, über die sich Formen brechen oder doppeln. Wie in der Musik oder der Sprache ist es die Verschiebung, die kleine Pause, das Interval, das den Rhythmus gibt, unbeachtet und doch wohlvertraut. Der Abstand zwischen dem Zusammengefügten ermöglicht und formt den Blick auf das Dahinterliegende und betont doch – seltsam eigenständig – die Leere.
Die Objekte, Zeichnungen und Fotografien, die bei diesem musikalischen Kompositionsprinzip herauskommen, sind naturgemäß schwer einzuordnen. Konkret oder abstrakt oder dazwischen… nun, auf jeden Fall sollten Sie sich das besser selbst in meiner Galerie ansehen.

Mit minimalen Grüßen,

Niklas Schechinger

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit einem Textbeitrag von Sonja vom Brocke in einer Auflage von 50 Exemplaren